Protokoll<
94. Sitzung des Beirates für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg
24. Juni 2026, Schule An der Burgweide
Beginn 18.30 Uhr, Ende 20.40 Uhr
Tagesordnung
TOP 1: Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit
TOP 2: Ergänzungen zur Tagesordnung, Protokoll vom 22.04.2026
TOP 3: Bericht des Vorstandes
TOP 4: Vorstellung Schule An der Burgweide
TOP 5: Vorstellung Netzwerk Inklusion Wilhelmsburg
TOP 6: Empfehlungsvorlagen
- Ertüchtigung Fährstraße und Vogelhüttendeich
- Schaffung zusätzlicher Stellen für Straßen-Sozialarbeit
TOP 7: Aktuelles aus den Quartieren
- a. Deichrückverlegung Ellerholz
TOP 8: Organigramm Verortung des Beirates im Stadtteil
TOP 9: Rückmeldungen aus dem Regionalausschuss
TOP 10: Rückmeldungen aus dem Bezirksamt
TOP 11: Termine / Sonstiges
TOP 1: Begrüßung, Feststellung der Beschlussfähigkeit
Herr Kaya eröffnet die 94. Sitzung des Beirates für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg. Es sind Vertreterinnen und Vertreter aus sieben Quartieren anwesend, damit ist der Beirat beschlussfähig. Ebenso nimmt ein Vertreter einer Partei (GRÜNE) an der Sitzung teil. Herr Kaya bedankt sich bei der Schule An der Burgweide für das Bereitstellen der Räumlichkeiten. Anschließend führt Herr Kaya durch die Sitzung.
TOP 2: Ergänzungen zur Tagesordnung, Protokoll vom 22.04.2026
Zur vorliegenden Tagesordnung gibt es keine Ergänzungen. Auch das Protokoll der Sitzung vom April 2026 wird wie vorliegend verabschiedet.
TOP 3: Bericht des Vorstandes
Öffentlichkeitsarbeit Info-Stände: Um verstärkt mit den Wilhelmsburgerinnen und Wilhelmsburgern in Kontakt zu treten, über den Beirat zu informieren und zum Mitmachen einzuladen, sollen zukünftig regelmäßig Info-Stände auf dem Stübenplatz und dem Berta-Kröger-Platz durchgeführt werden. Der erste Info-Stand auf dem Stübenplatz findet bereits am Samstag, 04. Juli 2026 in der Zeit von 9.00 bis 13.00 Uhr parallel zum Wochenmarkt statt. Ein weiterer Info-Stand auf dem Berta-Kröger-Platz ist für Freitag, den 04. September 2026 im Zeitraum von 14.30 bis 17.00 Uhr geplant. Herr Kaya fordert die Beiratsmitglieder eindringlich auf, sich an den Info-Stände zu beteiligen.
Zusätzliche Standorte Müllbehälter: Der Vorstand möchte dazu beitragen, Wilhelmsburg noch ein Stück sauberer und Lebenswerter zu gestalten. Für Samstag, den 25. Juli 2026 wird daher ein Rundgang engagierter Beiratsmitglieder stattfinden, um gemeinsam weitere Müllbehälter-Standorte zu identifizieren. Geplant ist die Bildung von zwei Teams, die die Bereiche „Wilhelmsburg-Ost“ und „Wilhelmsburg-West“ begehen. Die exakte Uhrzeit steht noch nicht fest. Eine Terminfindung durch eine Doodle-Abfrage erfolgt durch die Geschäftsstelle.
Gedankenaustausch zum Krankenhaus Groß Sand: Frau Sauer und Herr Kaya berichten von der Veranstaltung Gedankenaustausch zu Groß Sand der SPD-Bürgerschaftsfraktion vom 28. April 2026. Die endgültige Schließung des Krankenhauses Groß Sand findet zum 30. Juni 2026 statt. Um die medizinische Versorgung im Stadtteil weiter aufrecht zu halten, wurde von Seiten der SPD ein Antrag zur Einrichtung einer Stadtteilklinik ähnlich eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in die Bürgerschaft eingebracht, allerdings wird diese ohne Notaufnahme arbeiten. Vorgesehen seien erweiterte Öffnungszeiten nach dem Vorbild einer Notfallpraxis. Darüber hinaus werde der Schwerpunkt auf der ambulanten Versorgung liegen. Das erhoffte MVZ würde nicht am bisherigen Standort entstehen können, sondern an einem anderen, möglichst zentralen Ort in Wilhelmsburg. Geplant ist eine modulare Bauweise, sodass bei künftigem Bedarf eine Erweiterung des Gebäudes möglich ist.
TOP 4: Vorstellung Schule An der Burgweide
Frau Seemann (Schulleitung der Schule An der Burgweide) stellt sich und die thematischen Schwerpunkte der Schule vor:
- Frau Regine Seemann arbeitet seit 1998 an der Schule An der Burgweide und ist seit 2003 als Schulleiterin tätig.
- Die Schule ist eine Schwerpunktschule für Inklusion. Das bedeutet, dass Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam mit Kindern ohne sonderpädagogischen Förderbedarf unterrichtet werden. Seit 2010 ist die Schule eine „sechsjährige Grundschule“. Die Schule An der Burgweide ist eine gebundene Ganztagsschule mit Anwesenheitszeit bis mindestens 15.30 Uhr.
- Die Schule An der Burgweide arbeitet nach einem jahrgangsübergreifenden Schulmodell. Es gibt keine altersgebundenen Klassen. Die Lerngruppen setzen sich aus Kindern der Stufe 1 bis 3 und Kindern der Stufe 4 bis 6 zusammen.
- Unterrichtet werden die Lerngruppen von Lehrerteams, die in der Regel aus zwei bis drei Lehrkräften (inkl. Sonderpädagogen) sowie Erzieherinnen und Erziehern bestehen.
- Die Schule ist über die Jahre stark gewachsen (derzeit werden ca. 400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet) und möchte sich perspektivisch erweitern. Darüber hinaus besteht
- der Wunsch die Schule bis zur Jahrgangsstufe 13 auszubauen. Hintergrund ist die positive Erfahrung mit dem jahrgangsübergreifenden Lernen, dessen Konzept auch für ältere SchülerInnen und Schüler gewinnbringend sein könnte. Zudem werde das Verständnis von Inklusion mit zunehmendem Alter weiter vertieft.
- Räumlich anbieten würde sich eine Erweiterung auf das angrenzende Grundstück Karl-Arnold-Ring 11, welches derzeit noch als Unterkunft für Geflüchtete genutzt wird. Aufgrund der rückläufigen Zahlen geflüchteter Menschen stünde die Fläche jedoch perspektivisch zur Verfügung. Wegen eingeschränkter Haushaltsmittel scheint eine bauliche Erweiterung jedoch in absehbarer Zeit eher unrealistisch.
- Im Jahr 2025 wurde die Schule mit dem Deutschen Schulpreis sowie dem Themenpreis Demokratiebildung des Deutschen Schulpreises ausgezeichnet.
- Einen besonderen Schwerpunkt bildet das Projekt „Lernen durch Engagement“. Im Rahmen dieses Projektes wählen die Schülerinnen und Schüler eigenständig soziale Projekte aus, für die sie sich engagieren wollen. So wurden beispielsweise ein Spendenlauf für ein Tierheim organisiert sowie Besuche in einem Alten- und Pflegeheim durchgeführt, bei denen ältere Menschen Unterstützung im Umgang mit ihren Smartphones und Tablets erhielten.
Zu den Informationen von Frau Seemann gibt es folgenden Anmerkungen/ Nachfragen:
- Eine Teilnehmende erkundigt sich nach dem Stundenplan. Frau Seemann erläutert, dass die Lerngruppen um 8 Uhr beginnen und zunächst ein zusammenhängender Lernblock bis 10:30 stattfindet. In diesem Block arbeiten die Kinder unter anderem im sog. Lernbüro und dürfen frei wählen, ob sie sich mit Deutsch, Mathematik oder Englisch beschäftigen möchten. Das Lernbüro basiert auf dem Prinzip der Lernlandkarten. Hierfür übertragen die Lehrkräfte die Bildungspläne in einzelne Lernziele. Die Kinder erhalten zum Start ihre persönlichen Lernziele und gestalten dazu eine individuelle Lernlandkarte, beispielsweise als Fluss- oder Berglandschaft. Erreichte Lernziele werden mit entsprechenden Aufklebern auf der Lernlandkarte dokumentiert. Die Lernlandkarten dienen den Kindern, Eltern und Lehrkräften dazu, den individuellen Lernfortschritt nachvollziehen zu können. Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Unterrichts ist der fächerübergreifende Projektunterricht, der meist in der Zeit von 11.00 bis 13.00 Uhr stattfindet. Darüber hinaus werden an einigen Nachmittagen frei wählbare Kurse mit unterschiedlichen Angeboten oder Unterricht durchgeführt.
- Frau Seemann erläutert auf Nachfrage von Herrn Schenk, dass an der Schule mittlerweile Schülerinnen und Schülern aus ganz Wilhelmsburg (beispielsweise auch aus Georgswerder oder dem Reiherstiegviertel) unterrichtet werden. Früher bezog sich der Einzugsbereich hingegen nahezu ausschließlich auf Kirchdorf-Süd.
- Herr Schenk fragt nach den Hamburg-weit diskutierten Kürzungen bei den Schulbegleitungen und möglichen Auswirkungen auf die Schule an der Burgweide. Frau Seemann berichtet dazu, dass der Schule bislang noch keine konkreten Informationen über Stundenzuweisungen für Schulbegleitungskräfte für das kommende Schuljahr vorliegen würden. Es werde jedoch bedauerlicherweise mit einer Kürzung von bis zu 50 Prozent an zugewiesenen Stunden gerechnet. Frau Seemann betont die Bedeutung der Schulbegleitungen für die Schule An der Burgweide, da sie Kinder mit sonderpädagogischen Förderschwerpunkt unterstützen und gleichzeitig das Lehrkräfteteam gezielt entlasten.
- Frau Seemann erklärt, dass ihr als eine Art „Zukunftsbild“ vorschwebt gemeinsam mit anderen inklusiven Einrichtungen an einem Campus bzw. Standort gebündelt Angebote machen zu können.
TOP 5: Vorstellung Netzwerk Inklusion Wilhelmsburg
Frau Bogacz (Projektkoordinatorin Q8 Wilhelmsburg der Evangelischen Stiftung Alsterdorf) und Frau Köhler (Ansprechpartnerin des Hausgemeinschaft Neue Mitte von F&W) stellen das Netzwerk Inklusion Elbinseln vor:
- Q8 ist eine Initiative der Evangelischen Stiftung Alsterdorf und arbeitet an der Verbindung von Quartiersentwicklung und Inklusion. Im Fokus steht dabei der Abbau von Barrieren, die Förderung von Teilhabe und die Verbesserung von Zugängen zu verschiedenen Le-bensbereichen, wie z.B. Wohnen, Freizeit und Arbeit für alle Menschen. In der Hausgemeinschaft Neue Mitte leben annähernd 30 Menschen mit Assistenzbedarf in eigenen Wohnungen.
- Im vergangenen Jahr haben Frau Bogacz und Frau Köhler gemeinsam mit weiteren Akteuren das Netzwerk Inklusion Elbinsel gegründet. Das Netzwerk besteht aus unterschiedlichen Akteuren, dazu gehören zum Beispiel Soziale Träger, (betroffene) Privatpersonen oder Vereine. Sie treffen sich in einem Takt von zwei Monaten und tauschen sich zu wechselnden Schwerpunktthemen aus dem Themenspektrum Inklusion & Barrierefreiheit aus.
- Ziel der Netzwerkarbeit ist es, über die Themen Behinderung und Inklusion aufzuklären, Barrieren im Quartier sichtbar zu machen und sich für mehr Inklusion sowie Barrierefreiheit einzusetzen.
- Das stetig wachsende Netzwerk zeigt aus Sicht von Frau Bogacz und Frau Köhler sehr deutlich, dass das Thema Inklusion auf der Elbinsel eine hohe Relevanz habe und sich viele Menschen damit vertiefend auseinandersetzen möchten.
- Sie laden die Anwesenden zum gemeinsamen Austausch ein. Bestehende Missstände in den Quartieren könnten gemeinsam besprochen und bearbeitet werden.
- Es ist aktuell eine Website in Arbeit, diese wird in Zukunft über Termine und Themen informieren.
- Das nächste Treffen des Netzwerkes Inklusion Elbinseln findet am Donnerstag, 27. August 2026 von 09.00 bis 11.00 Uhr auf der Veddel statt. Es wird sich voraussichtlich schwerpunktmäßig mit der Thematik Barrierefreiheit Das Netzwerk ist führt einen E-Mail-Verteiler, über den Veranstaltungen, Termine und weitere Informationen kommuniziert werden. Wer aufgenommen werden möchte, kann sich per E-Mail an Frau Bogacz a.bogacz@q-acht.net wenden.
Zu den Informationen von Bogacz gibt es folgenden Anmerkungen/ Nachfragen:
- Frau Lück regt an, die Website dahingehend zu gestalten, dass der Bearbeitungsstand einzelner Themen und Maßnahmen dargestellt wird. Dadurch könne nachvollzogen werden, welche Themen bereits in Bearbeitung sind und wo noch Handlungsbedarf bestehe. Im Idealfall könnten dadurch auch Doppelbefassungen vermieden werden.
- Herr Rietz regt an, dass die Themen des Netzwerks verstärkt auch in die Beiräte eingebracht werden sollten. Dadurch könne das Netzwerk weiterwachsen und Anliegen,
- beispielsweise durch Empfehlungen der Beiräte, zielgerichtet in politische Gremien / Ausschüsse gebracht werden.
TOP 6: Empfehlungsvorlagen
- Ertüchtigung Fährstraße und Vogelhüttendeich
- Schaffung zusätzlicher Stellen für Straßen-Sozialarbeit
TOP 7: Aktuelles aus den Quartieren
- a. Deichrückverlegung Ellerholz
TOP 8: Organigramm Verortung des Beirates im Stadtteil
Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wird der Tagesordnungspunkt Organigramm Verortung des Beirates im Stadtteil auf eine der kommenden Sitzungen vertagt.
TOP 9: Rückmeldungen aus dem Regionalausschuss
Es liegen keine aktuellen Rückmeldungen aus dem Regionalausschuss vor.
TOP 10: Rückmeldungen aus dem Bezirksamt
Es liegen keine aktuellen Rückmeldungen aus dem Bezirksamt vor.
TOP 11: Termine / Sonstiges
Nutzungsreglementierung von E-Scootern: In der letzten Sitzung wurde die Thematik, basierend auf einer Empfehlungsvorlage von Frau Sauer, bereits intensiv erörtert. Gleichzeitig wurde sich darauf verständigt, die Situation zunächst weiter zu beobachten. Insbesondere auch vor dem Hintergrund, dass im Frühjahr 2026 zusätzliche digitale Abstellflächen an Haltestellen eingerichtet wurden, so dass das Abstellen von E-Scootern nur noch an bestimmten Flächen möglich ist. Aus Sicht der (meisten) Anwesenden hat sich die Thematik nicht grundlegend verbessert. Es wird vereinbart, die vorliegende Empfehlung in die kommende Sitzung des Beirates erneut einzubringen.
Sitzungen Beirat für Stadtteilentwicklung: Die nächste Sitzung des Beirates findet statt am Mittwoch, 16. September 2026 um 18.30 Uhr. Sobald der Ort feststeht, werden die Beiratsmitglieder und weitere Interessierte informiert.